Oft gestellte Fragen

Was ist die Pflegeversicherung und was ist zu tun

Die Pflegeversicherung wurde 1994 eingeführt.

Wer ist  pflegebedürftig ?

Im Sinne der Pflegeversicherung ist pflegebedürftig wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen." (§ 14 Abs. 1 SGB XI)

z.B.

  • Funktionsstörungen, Lähmungen ( Schlaganfall)
  • Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane
  • Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen
  • Psychosen, Neurosen, geistige Behinderungen

Welche Hilfen kann man  aus den Mitteln der Pflegeversicherung erwarten?

Hilfe

  • bei der Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden, Zähne putzen und Mundhygiene, Kämmen, Rasieren, Hilfe bei der Darm- und Blasenentleerung
  • bei der Ernährung: die mundgerechte Zubereitung und Aufnahme von Essen und Trinken
  • bei der Mobilität: Aufstehen und zu Bett gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppen steigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
  • im Haushalt: Einkaufen, Kochen, Spülen, Wohnung putzen, Wäsche waschen, Heizen.

Die Hilfe kann in der Unterstützung oder in der teilweisen oder vollständigen Übernahme der jeweiligen Tätigkeit bestehen.

Es kann jedoch auch eine Anleitung und Beaufsichtigung erfolgen, mit dem Ziel die Selbständigkeit des Pflegebedürftigen wieder herzustellen.

Anleitung und Beaufsichtigung ist meist bei psychisch oder demenziell erkrankter Menschen erforderlich.

Welche Pflegestufen gibt es?

Die Pflegeversicherung teilt die Pflegebedürftigkeit in drei Schweregraden

  • Erheblich Pflegebedürftige (Pflegestufe I):
    Pflegestufe I liegt vor, wenn ein Bedarf an Pflege und hauswirtschaftlicher Versorgung von mindestens 90 Minuten vorliegen. Die Hälfte davon muss auf die Grundpflege entfallen. D.h.: Waschen, an.-u.Auskleiden  u.s.w.:
  • Schwerpflegebedürftige (Pflegestufe II)
    Pflegestufe II liegt vor, wenn ein Bedarf an Pflege und hauswirtschaftlicher Versorgung im Umfang von mindestens drei Stunden vorliegen. Von diesen drei Stunden müssen mindestens zwei für die Grundpflege aufgewandt werden.
  • Schwerstpflegebedürftige (Pflegestufe III)
    Pflegestufe III liegt von wenn ein Bedarf an Pflege und hauswirtschaftlicher Versorgung von mindestens fünf Stunden vorliegen. Von diesen fünf Stunden müssen mindestens vier auf die Grundpflege aufgewandt werden.

 

Wie erfolgt die Einstufung?

 Es muß ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse ist der jeweiligen Krankenkasse angegliedert. D.h.: Sie müssen bei ihrer Krankenkasse anrufen, und einen Antrag auf Pflege anfordern. Diesen senden Sie ausgefüllt zurück.

 

Die Pflegekasse lässt durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes (MDK) der Sie zuhause besucht feststellen welcher Grad an  Pflegebedürftigkeit bei ihnen vorliegt.

 

Sollten sie im Krankenhaus sein oder auf Reha, und es zeichnet sich ab das Sie weiterhin Zuhause Hilfe benötigen, setzen Sie sich mit dem Sozialdienst des Hauses in Verbindung, und beantragen sie noch vor Ort eine Einstufung.